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Bernhard Sommergruber - Psychotherapeut
1010 Wien - Seitenstettengasse 5

 

Verwöhnte Kinder

Was heißt "verwöhnt"?

  • Verwöhnen und verwöhnt werden ist etwas Angenehmes. Es ist etwas Beziehungsvolles: Geben und Nehmen, der anderen Person und sich etwas Gutes tun.
  • "Verwöhnen" als negativer Ausdruck: Eine Person gibt, eine andere Person nimmt nur – kein Geben und Nehmen. Dies impliziert jedoch, daß eine Person freiwillig zuschaut, daß die andere Person nur nimmt, sich nur verwöhnen läßt, aber nichts zum gemeinsamen Wohl beiträgt. Also ist nicht nur die verwöhnte Person Schuld an diesem Dilemma, sondern auch die Person, die Person, die verwöhnt. D.h. hier ist ein Problem entstanden, daß beide Personen Schwierigkeiten mit  Grenzen haben. Hier können zwei Personen nicht Nein - oder Ja sagen.

Warum verstehen wir mit "verwöhnt" gleich etwas Negatives?

Sicherlich u.a. deswegen, da wir neidisch sind. Auch wir möchten verwöhnt werden. Aber wir sind halt "alle" zu wenig verwöhnt worden und würden es halt so genießen. Aber dazu gehört halt – als Erwachsene/r – die/der richtige PartnerIn – und (!) mein eigenes Bemühen um eine Beziehung, in der gegenseitiges (!) Verwöhnen immer wieder praktiziert wird und so den Kindern vorgelebt: Verwöhnen und Verwöhnen lassen!

Zu verwöhnte Kinder = vernachlässigte Kinder

Ich verwöhne Dich mit allem, Du kannst alles haben, alles außer meiner Zeit, denn Zeit habe ich selbst für mich keine, schau wie Du alleine mit Deinen(?) Konsumgütern und den Anforderungen der Umwelt zurecht kommst. Ich komme selbst auch nicht zurecht, nein, nein, ich komme sehr gut zurecht, ich habe nur keine Zeit zum Atmen und so nicht wirklich einen Atem für Dich. Also, das ist keine Verwöhnung, sondern Vernachlässigung.

Welche Möglichkeiten bleiben Kinder, wenn das soziale Umfeld (Eltern UND Gesellschaft) konsumfixiert sind?

  • "normal" mitmachen
  • Verweigerung in Form von größtmöglicher Konsumabstinenz
  • Selbstbedienungs-Haltung nach dem Motto "die Welt gehört mir"